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  Cover-Versionen
 Definition
Eine Cover-Version (auch: Coverversion) ist eine Neufassung eines schon einmal da gewesenen Musikstückes, die von anderen Interpreten produziert wurde als die ursprüngliche Version.
 
Der DUDEN definiert eine Cover-Version wie folgt:
"(in der Unterhaltungsmusik) Fassung eines älteren Titels mit [einem] anderen Interpreten"
 
Quelle:
DUDEN online, WWW: http://www.duden.de/rechtschreibung/Coverversion, abgerufen am 21.10.2011.
 
Eine wissenschaftliche Definition der Cover-Version lautet:
"Als Coverversion (...) wird eine neue Fassung eines zuvor auf Tonträger veröffentlichten Musikwerks bezeichnet, das i. d. R. von anderen Interpreten neu eingespielt und/oder live dargeboten wird. Obwohl der Grad der Veränderung dabei recht unterschiedlich ausfallen kann, bleibt das Originalwerk in seinen wesentlichen Zügen erhalten. Die Songtexte der Coverversionen sind oft Modifikationen unterworfen oder durch anderssprachige, meist thematisch an die Vorlage angelehnte Texte ersetzt."
 
Quelle:
Marc Pendzich, Von der Coverversion zum Hit-Recycling, LIT Verlag, Münster, 2004, S. 2
(Informationen zu diesem Buch in unserem Artikel vom 04.03.2005).
 
Gegenbegriff zur Cover-Version ist die Original-Version (auch: Originalversion), siehe hierzu Frage 2.13 in unseren FAQ.
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 Arten von Cover-Versionen
Es gibt verschiedene Arten von Cover-Versionen:
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     1. Musik und Text komplett übernommen
Dies ist der am häufigsten vorkommende Typ von Cover-Versionen. Diese Cover-Versionen unterscheiden sich nur wenig vom Original.
 
Beispiele hierfür sind Gigi D'Agostinos Cover-Version von Nik Kershaws "The Riddle" oder die Version von "Oops! ... I Did It Again", die Max Raabes Palast Orchester aus Britney Spears' Original gemacht hat.
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     2. Musik übernommen, Text geändert
Die Melodie ist die gleiche wie bei der Original-Version, aber der Text wurde verändert.
 
Ein Beispiel ist Blümchens Version von "Blaue Augen" (im Original von den Neonbabies). Auch Fassungen von Songs in anderen Sprachen fallen in diese Kategorie, z. B. "Nur Sieger steh'n im Licht" von Marianne Rosenberg, eine Cover-Version des Songs "The Winner Takes It All" von ABBA.
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     3. Cover-Versionen von klassischen Stücken
Aus einer klassischen Melodie wurde ein modernes Stück gemacht.
 
Ein Beispiel ist William Orbits Version von Maurice Ravels "Pavane pour une infante défunte".
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 Anmerkungen
Songs, die zwar den gleichen Titel haben, bei denen aber die Melodie nicht gleich ist, werden nicht als Cover-Versionen bezeichnet.
 
Ein Beispiel sind die Songs Michael Jackson, "You Are Not Alone" und Modern Talking, "You Are Not Alone".
 
Zum Thema Cover-Versionen muss auch gesagt werden, dass es viele Songschreiber verständlicherweise gut finden, wenn ihre Titel gecovert werden:
 
1. Der Komponist eines Songs hat ein Urheberrecht. Wenn jemand einen seiner Titel covern möchte, muss er Geld an ihn zahlen, so genannte Tantiemen. Das Urheberrecht gilt in Deutschland von der Schaffung des Werkes bis 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers, gerechnet ab dem 31. Dezember des Todesjahres des Urhebers.
 
2. Viele Komponisten fühlen sich mit ihrer Musik bestätigt, wenn andere Musiker ihre Songs covern wollen. Es gibt zum Beispiel so genannte Tribut-Alben mit Cover-Versionen zu Ehren eines Interpreten oder eines Komponisten.
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  Musikzitate
 1. Musikzitate (musikalische Zitate) im Allgemeinen
Es gibt Songs, bei denen nur ein Teil eines anderen Stückes verwendet wurde. Man spricht hier von einem musikalischen Zitat oder Musikzitat. Musikzitate sind keine Cover-Versionen.
 
Zum Beispiel hat Stefan Raab bei "Wadde hadde dudde da?" Teile aus den Songs "Burn Rubber On Me (Why You Wanna Hurt Me)" (GAP Band) und "Say You'll Be There" (Spice Girls) übernommen. In Robbie Williams' "Supreme" kommt ein Zitat aus Gloria Gaynors "I Will Survive" vor.
 
Manchmal dient auch klassische Musik als Quelle.
 
Beispiele: Walter Murphy & the Big Apple Band mit "A Fifth Of Beethoven" (5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven), Sweetbox mit "Everything's Gonna Be Alright" ("Air" von Johann Sebastian Bach) oder Nas feat. Puff Daddy mit "Hate Me Now" ("Carmina burana" von Carl Orff).
 
Unterfälle der Musikzitate sind Samples (siehe unten unter 2.) und Plagiate (3.).
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 2. Samples
Wenn Teile aus einem Stück im Originalton in einen neuen Song hineingemixt wurden, spricht man von einem Sample.
 
Beispielsweise sampelt in "Make It Clap" Busta Rhymes "Could It Be Magic" von Barry Manilow.
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 3. Plagiate
Wenn ein musikalisches Zitat nicht vom Rechteinhaber genehmigt ist und insbesondere wenn der Verwender nicht darauf hinweist, dass es sich um ein Zitat handelt, spricht man vom Plagiat, vom Diebstahl geistigen Eigentums.
 
Gelegentlich kommt es dann zu Rechtsstreits. Beispielsweise klagte Al Bano gegen Michael Jackson, weil dessen Song "Will You Be There" stark an sein "I cigni di Balaka" erinnert. Zuerst bekam Al Bano Recht, aber in einem erneuten Prozess wurde Michael Jackson wieder von den Plagiatsvorwürfen freigesprochen.
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  Kennzeichnung in der Datenbank
Zitate, Plagiate und Samples sind in unserer Datenbank in der rechten Spalte mit dem Buchstaben "Z" gekennzeichnet, während Cover-Versionen ein "C" tragen und in fetter Schrift dargestellt sind.
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