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coverinfo.de-Jahresbericht 2006 (14.01.2007)
Nun haben wir 2007 und es wird wieder Zeit für meinen alljährlichen musikalischen Bericht. Fangen wir diesmal von hinten an.
 

 
1991 veröffentlichte Denzil Slemming unter dem Namen L.A. Style den Titel "James Brown Is Dead". Noch im selben Jahr erschien "James Brown Is Still Alive" von Holy Noise auf dem Markt. 15 Jahre lang hatte diese Richtigstellung auch tatsächlich Bestand. Aber wie es das Leben so an sich hat, steht am Ende nun mal der Tod. James Brown starb am 25. Dezember im Alter von 73 Jahren an einer Lungenentzündung.
 

 
Am 23.11.2006 wurde die Welt um eine Castingband reicher. Die fünfte "Popstars"-Staffel hatte auf ProSieben seine drei Mitglieder für die Girlband Monrose gefunden. Wie es sich gehört, stieg die dazugehörige Single "Shame" auf der 1 ein. In die Jahrescharts haben sie es allerdings noch nicht geschafft. Man darf dieses Jahr damit rechnen. Schließlich hat "Shame" mit 150.000 verkauften Exemplaren schon Goldstatus, das Album hat Platin.
 
Am 8. März 2007 werden sie uns mit einem Auftritt beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest beglücken. Aufgrund der guten Einschaltquote hat ProSieben für 2007 gleich eine sechste "Popstars"-Staffel geplant.
 

 
Im Sommer war sie endlich da. Die Fußball-WM 2006 im eigenen Land. Natürlich hatte dies auch Einfluss auf die Musikwelt in Deutschland.
 
Insgesamt haben sechs Songs der deutschen Top 20 des Jahres mit der WM zu tun. Auf Platz 17 steht Oliver Pocher mit "Schwarz und weiss" (sic!), im Original übrigens als "Black & White" von Frameless aus dem Jahr 2004.
 
Auf Platz 15 folgt Xavier Naidoo mit "Danke". Ein "Danke" hat unsere Mannschaft schon verdient, aber musste es wirklich so ein Song sein? Es läuft einem doch jedes Mal ein Schauer über den Rücken, wenn es heißt "Christoph Metzelder war Feuermelder und Feuerlöscher der Spielfelder". Gab es jemals ein gutes Lied, in dem "Feuerlöscher" verwendet wurde?
 
Der dritte hier zu erwähnende WM-Song ist auch von Xavier Naidoo. "Dieser Weg" wurde eigentlich schon Ende 2005 veröffentlicht und ist bis heute in den Charts verblieben (58 Wochen)! Damit hat er die Randfichten geschlagen, welche 54 Wochen mit "Lebt denn dr alte Holzmichl noch…?" in den Top 100 vertreten waren. Dass der Song so lange überlebt hat, ist wohl auch dem Film zur WM "Deutschland ein Sommermärchen" geschuldet, in dem "Dieser Weg" oft genug auftaucht.
 
Auf Platz steht 6 steht Herbert Grönemeyer mit der Unterstützung von Amadou und Mariam. "Zeit, dass sich was dreht" beginnt philosophisch und wird durch Trommeln und Ethnogesänge zur offiziellen Hymne der Fußball-WM 2006.
 
Mit "54, 74, 90, 2006" schafften es die Sportfreunde Stiller auf die 5. Nachdem am 4. Juli der Traum vom Weltmeistertitel platzte, wurde der Titel kurzerhand in "54, 74, 90, 2010" umbenannt.
 
Kommen wir nun zur offiziellen Hymne des WM-Maskottchens (nicht zu verwechseln mit der offiziellen WM-Hymne) und zum Hit des Jahres: Goleo VI presents Bob Sinclar feat. Gary Pine mit "Love Generation". Im Video dieses Gute-Laune-Liedes hatte das Maskottchen, Goleo VI, seinen ersten großen Auftritt. Es folgte Goleo VI presents Lumidee & Fatman Scoop mit "Dance!". Dieser Song basiert auf Whitney Houstons "I Wanna Dance With Somebody" und brachte es sogar noch auf Platz 33 der Jahrescharts. Danach kam "All Together Now", wobei Goleo Atomic Kitten präsentierte. Das ist im Übrigen eine Coverversion von The Farm und basiert auf Pachelbels Kanon. Den letzten Auftritt in den Charts hatte Goleo VI mit Patrizio Buanne. Unter dem Titel "Stand Up! (Champions' Theme)" wurde wenig erfolgreich "Go West" von den Village People verarbeitet. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was diese Lieder mit Fußball zu tun haben. Die Antwort kann einfach nur Kommerz heißen. Dem Franzosen Christophe Le Fraint, bei uns bekannt als Bob Sinclar, dürfte es allerdings egal sein, was aus Goleo wurde. Obwohl er bei uns zu Lande unbekannt ist, hat der Mann im letzten Jahr sein 19. Studioalbum veröffentlicht und wurde bei den World Music Awards als derzeit bester DJ der Welt ausgezeichnet.
 
Damit genug zur Fußball-WM 2006 in Deutschland.
 

 
Ein wirklich musikalisches Highlight lieferte der Eurovision Song Contest. Lordi, eine finnische Monster-Heavy-Metal-Band, gewann vor Russland und Rumänien. Neben der Tatsache, dass sie den Contest hoch in den Norden, nach Helsinki, geholt haben, darf sich die fünfköpfige Band über einen Platz 27 in den deutschen Jahrescharts freuen. Auch das Album "The Arockalypse" verkaufte sich gut. Sänger Lordi heiratete zudem seine persönliche Assistentin. Ein durchaus erfolgreiches Jahr für die Finnen.
 
Schlecht schnitt der deutsche Beitrag ab. Mit 36 Punkten belegte Texas Lightning nur Platz 15. Trotz eines guten Auftritts kam "No No Never" nicht beim Publikum an und selbst aus unseren Nachbarländern gab es nicht mehr als 7 Punkte. Zudem war Österreich schon in der Vorrunde ausgeschieden und im Finale beim Telefonvoting nicht dabei. Als weiterer Grund wird eine schlechte Promotion genannt. Nicht besser erging es den anderen "Großen". Großbritannien wurde 19., Spanien 21. und Frankreich 22. Immerhin muss man anerkennen, dass es besser als letztes Jahr lief, wo geschlossen die letzten vier Plätze belegt wurden.
 
Trotzdem sollte sich der Ärger bei Texas Lightning in Grenzen halten. "No No Never" wurde hinter "Love Generation" die meistverkaufte Maxi in Deutschland. Die drei goldenen Schallplatten für über 450.000 verkaufte Exemplare dürften über den Schmerz hinwegtrösten.
 

 
Am 18. März stand Tobias Regner als Sieger der 3. Staffel "Deutschland sucht den Superstar" ("DSDS") fest. Über 7 Millionen Fernsehzuschauer erlebten mit, wie er sich knapp gegen Mike-Leon Gosch durchsetzte. Die dazugehörige Single "I Still Burn" stieg auf der 1 ein, hielt sich 6 Wochen in den Top 10, stürzte dann allerdings ziemlich schnell ab. Die beiden Nachfolge-Singles "She's So" und "Cool Without You" brachten keinen großen Erfolg.
 
Für Ersatz ist aber bald wieder gesorgt. Die vierte Staffel startete bereits am 10. Januar 2007.
 

 
Neben dem Eurovison Song Contest fand am 9. Februar 2006 zum zweiten Mal der Bundesvision Song Contest statt. Bei der von Stefan Raab initiierten Veranstaltung treten die 16 Bundesländer gegeneinander an, wobei die jeweiligen Interpreten mehr oder weniger an ihr Land gebunden sind. Obwohl dem Ganzen eher ein humoristischer Charakter zuzuschreiben ist, liefert dieser Wettbewerb doch einen kleinen Einblick in das deutsche Popgeschehen des Jahres. 2006 gewann Seeed mit "Ding". Tatsächlich schaffte es der Titel auf Platz 22 der Jahrescharts.
 

 
Bei all diesen Betrachtungen fällt allerdings auf, dass die Charts in der bisherigen Form immer mehr an Bedeutung verlieren. Wohl noch nie haben sich so wenige Interpreten die 100 Plätze unter sich aufgeteilt. Vier Songs brachten die Pussycat Dolls in die Charts. Dreimal vertreten waren Xavier Naidoo, Tokio Hotel und Pink. Das Doppel schafften: Christina Aguilera, Christina Stürmer, Lafee, Nelly Furtado, Bob Sinclar, Black Eyed Peas, Shakira, Madonna, Eminem, Silbermond, Rosenstolz, Beyoncé, Robbie Williams, Kelly Clarkson, Rihanna, Justin Timberlake und US5. Zusammengefasst: 74 Interpreten teilen 100 Songs. Allerdings hat der Anteil der deutschensprachigen Lieder auf 27% zugenommen. Darunter auch Tic Tac Toe, die mit "Spiegel" ihr Comeback feierten. Der Anteil von in Deutschland produzierten Stücken ist noch höher.
 

 
Kommen wir nun zum eigentlichen Inhalt dieser Seite: Cover-Versionen und Zitate.
 
Der Clou des Jahres gelang Karmah. "Just Be Good To Me" wurde ursprünglich schon 1998 veröffentlicht, schaffte es aber erst jetzt in die Charts und landete auf der 20. Das Lied wurde ursprünglich von Gabry Ponte (Mitglied von Eiffel 65) als Bootleg für seine Liveshows produziert. Wiederentdeckt wurde es von einem Moderator des MDR-Radiosenders "Jump". Andere Stationen fingen ebenfalls an, den Song zu spielen und machten ihn bekannt.
 
Die erfolgreichste Coverversion stammt von Shakira und Wyclef Jean. "Hips Don't Lie" ist ein Cover von "Dance Like This" aus dem Jahre 2004. Damals hatte Wyclef Jean den Titel mit Claudette Ortiz veröffentlicht. "Hips Don't Lie" schaffte Platz 3 in den Jahrescharts.
 
Das bekannteste Sample verwendete wohl Madonna für "Hung Up". Die Quelle stammt hierbei von ABBA – "Gimme Gimme Gimme". Erfolgreicher war allerdings Gnarls Barkley. In seinem Stück "Crazy" sampelte er das völlig unbekannte Stück "Nel cimitero de tucson" aus dem Jahre 1968. Gianfranco Reverberi, ein Schützling von Ennio Moricone, komponierte das Stück damals für einen italienischen Western.
 
Interessanterweise schaffte es wieder mal Pachelbels Kanon in die Top 10. 2005 war es die Firma mit "Die eine 2005", 2006 Mattafix mit "Big City Life". Das Zitat ist eindeutig am Anfang zu hören und liegt dem ganzen Stück zu Grunde.
 

 
Wie wird es mit coverinfo.de weitergehen?
 
Den Besuchern sei versichert, dass uns das Problem mit unserer langsamen Datenbank bekannt ist. Auch wir Redakteure leiden darunter. Somit steht auf dem Plan für 2007, neben dem Eintragen sehr vieler Cover-Versionen und Zitate, die Behebung dieses Problems.
 
Ich wünsche allen Besuchern von coverinfo.de in meinem Namen und im Namen der gesamten Redaktion ein erfolgreiches Jahr 2007.
 
Falko "Frab" Rickmeyer  
 

 

 
 
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