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Streit mit der GEMA – Youtube Deutschland sperrt Musikvideos (01.04.2009)
Youtube ist zur Stunde dabei, alle Musikvideos für deutsche Benutzer zu sperren. "Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar" heißt es beim Versuch, gesperrte Videos aufzurufen. Hintergrund ist ein Streit mit der Verwertungsgesellschaft GEMA.
 
Der GEMA geht es darum, für die durch sie vertretenen Urheber Vergütungen für abgespielte Musik einzutreiben. Dass Youtube aus der Musikvermarktung kaum noch wegzudenken ist, weil diese Plattform den Konsumenten dazu dient, Musik zu entdecken, ist auch der GEMA klar. Daher gab es zwischen Youtube-Betreiber Google und der GEMA einen Vertrag, der die Bereitstellung von Musik auf Youtube erlaubte und Youtube zur Zahlung einer Vergütung verpflichtete. Über deren Höhe wurde Stillschweigen bewahrt.
 
Dieser Vertrag lief zum 31. März 2009 aus. Einer Verlängerung stand vor allem im Wege, dass sich Youtube und die GEMA nicht auf ein neues Vergütungsmodell einigen konnten. Berichten zufolge soll die GEMA 12 Cent pro Musikvideo als Vergütung gefordert haben, was die GEMA jedoch dementierte. Sie habe eine Vergütung von lediglich einem Cent pro Videoclip zur Diskussionsgrundlage gemacht. Youtube beklagt hingegen, dass dies deutlich mehr sei als die von der britischen Verwertungsgesellschaft "PRS for Music" geforderten 0,23 Cent pro Video, die schon für Youtube wirtschaftlich nicht tragbar seien.
 
Ein zweiter Streitpunkt zwischen der GEMA und Youtube liegt darin, dass Youtube zutreffend festgestellt hat, dass die GEMA nicht alle Künstler vertritt, weshalb das Unternehmen von der GEMA eine Auflistung der von ihr vertretenen Künstler haben möchte. Dem gegenüber verlangt die GEMA von Youtube Zugriffstatistiken über die einzelnen Videos, um festzustellen, wie häufig diese angesehen wurden.
 
Da sich die beiden Parteien bislang nicht einigen konnten, ist Youtube dabei, alle Musikvideos für deutsche Nutzer zu sperren. Inzwischen sollen sich die Parteien wieder an einen Verhandlungstisch gesetzt haben.
 
Quellen:
InformationWeek
CHIP Online
Klatschmagazin
WELT ONLINE
 
Thomas Wagner  
 

 

 
 
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